Unda Hörner: Hoch oben in der guten Luft Coverdownload
Leseprobe
ISBN:9783938740033
Preis:16,80 € [D]
ET:29.07.2005
Lieferbar:zur Zeit leider nicht
Format:12 x 19 cm
Seiten:112
Einband:Halbleinen
Ausstattung:Fadenheftung; Abbildungen

Hoch oben in der guten Luft

Die literarische Bohème in Davos

Schriftsteller und Künstler aus aller Welt ließen sich immer wieder vom morbiden und mondänen Charme des Luftkurortes inspirieren - Ein Kapitel europäischer Kulturgeschichte in vier biografischen Episoden mit vielen Originalzitaten.

Thomas Mann setzte dem schweizerischen Davos ein literarisches Denkmal: Sein Roman Der Zauberberg begann bei einem Besuch, den er seiner Frau Katia im Mai 1912 im Hochgebirge abstattete. Als Luftkurort für Lungenkranke war Davos schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts en vogue. Die Patienten - vom hüstelnden Hypochonder bis zum tatsächlich Todkranken - kamen aus aller Herren Länder angereist. Nicht nur Thomas Mann ließ sich von der elegant-morbiden Atmosphäre in den Lungensanatorien inspirieren. Der tuberkulosekranke Dichter Klabund schrieb in Davos Gedichte über skurrile Schwindsüchtige und seine atemlose Erzählung Die Krankheit. Der Pariser Surrealist Paul Éluard wurde hier zum Dichter: In der Schweiz begegnete er der Liebe seines Lebens, der Russin Gala, die seine Muse auch dann noch bleiben wird, als sie längst Dalís Gala geworden ist. Éluards ebenfalls an Tuberkulose leidender französischer Surrealistenkollege René Crevel legte in Briefen an seine Freundin Mopsa Sternheim Zeugnis von seiner Kur ab und publizierte 1929 den Davos-Roman Seid ihr verrückt? Hier schließt sich der Kreis: Klaus Mann besucht den 'Zauberberg' seines Vaters, um den geliebten René zu besuchen ...

Pressestimmen:

Wie inspirierend sich das Reizklima auf die Kunst auswirkte, beweist Unda Hörner in dem azurblauen Leinenbändchen anhand von Originalzitaten. Wie trügerisch das Vertrauen in die Heilkräfte der Natur bisweilen war, zeigt sie in luftigen Texten mit elegischer Note.
Christiane Schott, Die Zeit

Unda Hörner erzählt fundiert und erweitert die Episoden mit Zitaten aus Briefen, Versen und Romanen.
Annerose Kirchner, OTZ

Unda Hörner lässt dieses besondere Klima des Mondänen, des Morbiden und des moribunden ebenso anschaulich wie unterhaltsam-informativ auf die Leser einwirken.
Der Bund

Unda Hörner nimmt uns mit auf die Veranden und in die Salons der Sanatorien (…). Kenntnisreich lässt die Autorin das »Mekka der Schwindsüchtigen« mit seinen Affären und Intrigen, seiner Lebensgier und Todesangst lebendig werden, nimmt uns mit zu einem Künstler-Treffpunkt, an dem Erlebtes zur Literatur wurde.
Bärbel Reetz, Kieler Nachrichten

Unda Hörners Interesse gilt den Künstler-Lebensgeschichten, doch kann sie auch von diesen allenfalls grobe Umrisse zeichnen. So hat der Leser am Ende von allem nur ein bisschen geschnuppert, und hungrig steht er vom Tische auf.
Frauke Meyer-Gosau, Literaturen

Ihren vier Protagonisten heftet sich Unda Hörner an die Fersen, erliegt dem Reiz des Erotischen jedoch bald mehr als dem des Lokalen, und so lässt sie sich von ihren Figuren geographisch weit entführen (…). Erst spät findet sie erzählerische Ruhe, Davos aber findet sie nie.
Thomas Thiel, FAZ

Dieses Buch macht Lust auf Davos und auf die Werke der ehemaligen Patienten. (...) Ein Appetitmacher auf große Literatur und auf Entdeckungsreisen in den Höhen der Schweiz.
Karsten Koblo, www.aus-erlesen.de